BMVBS BBSR Jugendliche im Stadtquartier Forschungsassistenz 2009-2010

In den Städten und Stadtquartieren finden Jugendliche als gesellschaftliche Gruppe nur wenige Orte zur selbständigen Entfaltung ihrer Lebenswelten. Eine aktive Teilhabe an der Gestaltung des Lebensraumes Stadt ist kaum vorhanden. Dies ist auf der einen Seite zu begründen mit einem kaum ausgeprägten Bewusstsein bei den Jugendlichen für die Veränderbarkeit von Stadt, auf der anderen Seite mit einer wenig entwickelten Beteiligungskultur für die Berücksichtigung jugendlicher Belange der öffentlichen Hand. faltung jugendlicher Kreativität aufgeben.

In den Städten fehlen Strategien und Instrumente zur konkreten Berücksichtigung der Interessen von Jugendlichen. Sie werden mit ihren besonderen Ansprüchen an die Stadt in Beteiligungsverfahren offensichtlich immer noch selten in klassische Planungsprozesse eingebunden. Im Falle ihrer Beteiligung wird dann die Erfahrungen gemacht, dass herkömmliche Beteiligungsformate oft nicht geeignet sind, Jugendliche zu aktivieren und ihre kreativen Potenziale für die Stadtgestaltung zu erschlieÃ?en. Jugendliche wollen ihre Stadt aber auch selbst und häufig ungefragt als Möglichkeitsraum nutzen. Dafür brauchen sie keine zugewiesenen Räume, sondern eine möglichst flexibles und grundsätzlich für alle offenes Raumangebot. Und sie benötigen zur Aneignung von Stadträumen eine Ermöglichungskultur, die Jugendliche auf ihrem Weg unterstützt.

In 32 Modellvorhaben wurden von 2009 - 2010 innovative Ansätze zur Einbeziehung Jugendlicher in Stadtentwicklungsprozesse erprobt. Dabei wurden von den ausgesuchten Modellvorhaben alle Ebenen der Stadtentwicklung angesprochen. Modellprojekte befassten sich mit der Entwicklung von Regionen und Städten auf der einen Seite und konkreten Projekten der Verbesserung der Qualität öffentlicher Räume in Stadtquartieren auf der anderen Seite. Die Projekte hatten sich die Aufgabe gestellt, Jugendbeteiligung mit innovativen Themen, Arbeitsschritten und Methoden in den jeweiligen Stadträumen zu etablieren. Vereine, Soziale Träger, Initiativen und Kommunen haben sich als Projektträger gefunden. In der Regel wurde im Verfahren ein breites Netzwerk von Kommunikation und Kooperation aufgebaut. Den unterschiedlichen Ebenen der Aktivierung in der Stadtentwicklung entsprachen die Methoden, die zum Einsatz kamen. Es wurden neue Medien genutzt, Filme gedreht und Songs komponiert. Es wurden Kunstaktionen im öffentlichen Raum durchgeführt, Festivals organisiert oder ganz konkret am Ausbau eines leeren Ladenlokals mitgearbeitet. Im Ergebnis lassen sich nach eine Laufzeit von 2 Jahren viele Grundsätze und Handlungsempfehlungen beschreiben, die für das Etablieren von mehr Jugendbeteiligung in den Städten und Gemeinden erforderlich sind.

Voraussetzung für Jugendbeteiligung ist Offenheit und Anerkennung

Jugendprojekte benötigen Ressourcen und aktivierende Begleitung

Befördernd wirken gute Kommunikationsstrategien und aktive Netzwerkarbeit

Jugendprojekte bauen auf Beteiligungskultur auf

Um Partizipationsprojekte bzw. die Beteiligung von Jugendlichen zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen, sind neben der Strukturierung entsprechender Arbeitsabläufe auf der Verwaltungsseite auch politische Beschlüsse zur Verankerung in der Verwaltung erforderlich. Dazu kann der Aufbau von Leitbilddiskussionen zur Partizipation Jugendlicher in der Stadt und der Stadtverwaltung hilfreich sein. Sie bedingen allerdings auch den Aufbau von Ressourcen und Verantwortlichkeiten, um Kontinuität sicherzustellen. Nur durch die Etablierung einer verlässlichen Beteiligungs- und Ermöglichungskultur können die Potenziale jugendlichen Engagements für die Stadtentwicklung befördert werden.
siehe weitere Details unter::
www.jugendliche.stadtquartiere.de