Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen (2010-2012)

Zentrale Aufgaben des Klimaschutzes sind die Verringerung klimaschädlicher Treibhausgase sowie die Senkung des Energieverbrauchs. Ziel der Bundesregierung ist es, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 % zu senken. Im Gebäudebereich liegen besondere Potenziale, weil in Deutschland insgesamt 20 % der CO2-Emissionen in diesem Bereich verursacht werden. Etwa 40 % der Endenergie werden für Raumwärme, Warmwasser und Beleuchtung verbraucht. Die Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudebestandes wird damit zu einem zentralen strategischen Ansatz des Klimaschutzes. Bundesweit befinden sich rd. 7,5 %aller Wohnungen in Großwohnsiedlungen der 1950er bis 80er Jahre. Die energetische Sanierung dieses nicht unerheblichen Wohnungsbestandes kann einen entscheidenden Beitrag zur Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich leisten.

Vor diesem Hintergrund hat das BMVBS im Januar 2009 den Wettbewerb "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage von integrierten Stadtteilentwicklungskonzepten" (im Folgenden kurz: Wettbewerb) ausgeschrieben. In dem Wettbewerb konnten sich Wohnungsunternehmen mit Konzepten für eine energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen ab einer Größe von 1.000 Wohneinheiten bewerben. In beispielhaften Modellprojekten soll nun in einem zweiten Schritt die Umsetzung der Konzepte wissenschaftlich begleitet werden, um darüber Hinweise für die Politikberatung aber auch Handlungsempfehlungen für die Umsetzungsebene zu gewinnen.

Ziel des Forschungsprojektes ist das Herausarbeiten von Hemmnissen und Lösungsansätzen bei der konkreten Umsetzung komplexer Stadtteilentwicklungskonzepte in Großwohnsiedlungen mit dem besonderen Fokus der energetischen Sanierung. Im Rahmen des Wettbewerbs "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen" haben sich die teilnehmenden Wohnungsunternehmen hohe Ziele gesteckt. Wie werden diese in der Praxis umgesetzt? Es geht darum, auf der Basis der praktischen Erprobung in den Modellvorhaben Strategien, Instrumente und Verfahren herauszufiltern, die geeignet sind, die komplexen Ziele des integrierten Projektansatzes umzusetzen.

Die wissenschaftliche Begleitung der Modellvorhaben umfasst mehrere miteinander verschränkte Funktionen: die vertiefende, qualitative Analyse der Modellvorhaben, die Beratung und die Organisation des Erfahrungsaustauschs der beteiligten Modellvorhaben sowie als dritten Aspekt den Wissenstransfer und die Öffentlichkeitsarbeit für die interessierte (Fach-)Öffentlichkeit.

Auftraggeber: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS); Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

 

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2015/DL_ON062015.pdf?__blob=publicationFile&v=4

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BBSROnline/2015/ON062015.html

http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/FP/Weitere/KfW/ModellprojekteGRWS/01_Start.html?nn=395966